Im Jahr 2009 ist ein junger Mann namens Frantisek Klein zum ersten Mal in unserem Berliner Beratungsbüro. Der 30jährige lebt von Hartz4 und hat noch keine Ausbildung. Deshalb ist er zu uns gekommen.
Im Gespräch finden wir heraus, dass Frantisek sich für technische Berufe interessiert. Besonders die Solartechnik und die regenerativen Energien faszinieren ihn. Wir sprechen mit ihm über eine Ausbildung an einer Berufsfachschule in Berlin. Dort kann man den „Staatlich geprüften Assistenten für regenerative Energien“ erlernen.
Das möchte Frantisek gerne machen. Einziger Haken: Die Ausbildung kostet 300,- monatlich. Und die meisten deutschen Jobcenter verbieten jungen Hartz4-Empfängern die Annahme von BaföG-Geld (wird eigentlich vom BaföG-Amt bereitwillig gezahlt). Wer es dennoch annimmt, kriegt den gleichen Betrag vom Jobcenter weg genommen (mehr zu dieser schön irren Thematik unten im Blog, siehe auch unsere Bundestags-Petition vom Februar 2010).
Trotzdem: Wir kennen die Ausbildungsstelle ganz gut und bitten dort um Kulanz für Frantisek. Dankenswerterweise verzichtet die Schule auf die Monatsgebühr für zunächst ein Jahr! Hartz4 kann während der Zeit parallel weiter laufen, weil der Fallmanager im damals zuständigen Jobcenter Berlin-Kreuzberg/Friedrichshain zusagt, Frantisek von sinnlosen Maßnahmen und perspektivlosen Jobvermittlungen zum Tellerwäscher zu verschonen. Eine Meisterleistung der lösungsorientierten Mitspieler in der Schule und im Jobcenter. Frantisek kann seine Wunsch-Ausbildung tatsächlich anfangen! Alle sind happy.
Im August 2009 fing Frantisek bei der Schule an. Fast ein Jahr lang haben wir nichts mehr von ihm gehört…
